Fachinformation Schlaganfall

Jeder Schlaganfall ist ein Notfall

Durch schnelle Hilfe und eine dadurch frühzeitige  Versorgung können Folgeschäden minimiert werden. Bei Auftreten der Symptome (auf der nächsten Seite genauer beschrieben) ist unverzüglich der Rettungsdienst unter der Kurzwahl 112 zu alarmieren!

Wie kommt es zu einem Schlaganfall?

Ein bestimmter Gehirnbereich erhält nicht mehr ausreich-end Sauerstoff und damit Nährstoffe. Nach Dauer und Stärke der Minderversorgung kann das betroffene Gehirnareal seine Aufgabe zeitweise oder dauerhaft nicht mehr erfüllen. Die Folgen könnten zum Beispiel Lähmungen, ein hängender Mundwinkel, Sehstörungen oder Probleme beim Sprechen sein. Für die Durchblutungsstörung im Gehirn gibt es folgende Hauptursachen: In den meisten Fällen sind Blutgefäße verstopft (Blutgerinnsel) und durch Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) verengt / verschlossen, hier spricht man von einen ischämischen Schlaganfall. Platzt ein Blutgefäß im Gehirn und verteilt sich das Blut dort spricht man vom hämorrhagischen Schlaganfall (weniger häufig). Entscheidend für einen möglichst positiven Verlauf ist ein früher intensiver Behandlungsbeginn. Trotzdem ist bei mehr als 50% der Betroffenen nach einem Jahr noch eine Behinderung festzustellen.

Anzeichen eines Schlaganfalls:

  • Taubheitsgefühl in Arm, Bein, im Gesichtsbereich (taubes, pelziges Gefühl)
  • Lähmung einer Gesichtshälfte (ein Mundwinkel hängt herunter)
  • einseitige Lähmung (geminderte Kraft) von Arm oder Bein
  • Sehstörungen (doppeltes Sehen) auch zeitweise Erblindung möglich
  • Sprechstörungen bzw. eingeschränkte Ausdrucksfähig-keit (der Betroffene kann nicht mehr sagen was er möchte)
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Schwindel ohne einen anderen Grund
  • Starke Kopfschmerzen (typisch bei einer Gehirnblutung)
  • Bewusstlosigkeit ist auch möglich!

 
Welche Risikofaktoren für einen Schlaganfall gibt es:

  • Bluthochdruck
  • Personen über 60 Jahre
  • Diabetes mellitus
  • Herzkrankheiten
  • Übergewicht
  • mangelnde Bewegung
  • Genetische Veranlagung
  • Migräne (bei manchen Migräneformen gibt es ein Risiko)
  • zu hoher Alkoholkonsum


Warum sollten Sie auf die Einlieferung in eine Stroke Unit bestehen?

Krankenhäuser mit einer Stroke Unit sind auf den Ablauf bei einem Schlaganfall spezialisiert. Die Frührehabilitation des Patienten beginnt innerhalb der ersten 24 Stunden.
Seit 1998 sind die Ergotherapeuten des Team LABORN Bestandteil der Frührehabilitation der Stroke Unit des Klinikums Landshut und seit 2014 der Sanaklinken des Landkreises Cham.


Wie eingeschränkt bin ich im Alltag oder Beruf?

Mit Einschränkungen ist meist zu rechnen, aber auch in völlig unterschiedlicher Weise, abhängig vom betroffenen Gehirnbereich. Jeder Patient verarbeitet den Schlaganfall und die Zeit danach vollkommend unterschiedlich.

  • Bewegungsstörungen (Schulter, Arm, Hand)
  • Sensibilitäts- bzw. Wahrnehmungsstörungen
  • Lähmung (meist halbseitig)
  • Einschränkungen bei den Aktivitäten des täglichen Lebens z. B. beim Ankleiden, der Körperpflege etc.
  • Schmerzen durch ggf. Kontrakturen
  • Andauernder Kraftverlust
  • Gefährdung in Haushalt, Straßenverkehr usw.
  • eingeschränkte Merkfähigkeit und Konzentration

WICHTIG ist eine zeitnahe therapeutische Begleitung direkt nach dem Klinkaufenthalt. Insbesondere die in ihrer Bewegung eingeschränkten Körperextremitäten sollten so intensiv wie möglich auf die im Alltag erforderlichen Tätigkeiten hin trainiert werden. Beispielsweise kann eine ergotherapeutische Behandlung vom Arzt verordnet auch im gewohnten privaten Umfeld, also zu Hause durchgeführt werden. Achten Sie darauf, dass die Therapeuten nach den aktuellen Leitlinien der Schlaganfallforschung arbeiten und sich durch Fortbildungen weiter qualifizieren.


Warum Ergotherapie nach einem Schlaganfall?

Durch speziell ausgebildete Ergotherapeuten mit lang-jähriger Erfahrung bietet das Team LABORN eine auf  den Patienten und seine Erkrankung ausgerichtetes Training zur Verbesserung der Arm- und Handmotorikfunktion.

Ziele der Therapie:

  • Vermeidung von Kontrakturen in den Gelenken
  • Kräftigung der Muskulatur
  • Verbesserung von Bewegungsabläufen
  • Kontrakturprophylaxe
  • Sensibilitätstraining
  • Gleichgewichtstraining
  • Training der Körperwahrnehmung
  • Wiedererlernen alltagsrelevanter  Bewegungs-abläufe  (z. B. ein Glas zum Mund führen, Zähne putzen, sich ankleiden)
  • Spastikbehandlung durch verschiedene, erprobte Behandlungstechniken (Bobath-Konzept, Perfetti-Konzept, Feldenkrais, Forced-use-Therapie)
  • Beratung und Erprobung von Hilfsmitteln
  • Schienenversorgung (z. B. Nachtlagerungsschiene)
  • Beratung von Angehörigen, z. B. rückengerechter Transfer oder Lagerung der betroffenen Extremitäten
  • Wohnraumberatung und -anpassung
  • Schmerzlinderung
  • Kognitives Training zur Verbesserung der Konzentration und der Merkfähigkeit.

Welche neuen Therapien oder Rehabilitationen gibt es?

Neben dem klassischen ergotherapeutischen Vor-gehen haben wir ein im Rahmen der S2e-Leitlinie   -rehabilitative Therapie - bei Armlähmungen der Deutschen Gesellschaft für Neurorehabilitation ein neues ergotherapeutisches Herangehen für  Schlag-anfallpatienten mit Arm- und Handfunktions-störungen entwickelt. Diese neue Herangehensweise eignet sich besonders für Schlaganfallpatienten mit Arm- und Handproblemen. Auch wenn der Schlaganfall schon mehrere Jahre zurück liegt, sind oft noch sehr gute Erfolge zu erzielen. Darüber hinaus ist das Training auch für Patienten mit Hand- und Fingerverletzungen, Feinmotorikstörungen und Schulterverletzungen sinnvoll und zweckmäßig. Zudem können auch Patienten mit Multiple Sklerose (MS) von den Übungen an den Reha-Robotern profitieren beziehungsweise ihre Bewegungsfähigkeit verbessern.

Bei unserem therapeutischen Vorgehen kommen auch neueste Roboterassistenzsysteme zum Einsatz. Auch in diesen Trainingsetappen arbeiten wir mit Ihnen gemeinsam intensiv in den Übungen zusammen. Unser Motto: „Mit Ihnen - für Sie“ stellt die therapeutische Zusammenarbeit mit dem Patienten ganz nach Vorne. Die Therapie an den computer-gestützen Trainingsplätzen ist nur dann erfolgreich, wenn jede Ihrer Bewegungen von unseren Therapeuten analysiert wird und direkt der Bewegungsverlauf optimiert wird.

Was können wir als Kompetenzpraxis für Schlaganfall für Sie tun?

Wir sind spezialisiert auf den Finger,- Hand-, Arm- und Schulterbereich. Ausschließlich dieser Bewegungsapparat wird in unserem LAHSIT Verfahren entsprechend gefördert.

  • Intensives 10-15 tägiges Training
  • Geeignet für Kinder und Erwachsene
  • Basierend auf aktuellsten neurowissenschaftlichen Erkenntnissen
  • Neurologisch und orthopädisch bedingte motorische Einschränkungen sind behandelbar


Vorteile der Therapie:

  • Wirkungsvolle klassische Trainingskomponenten
  • Moderne Robotiktechnik im bis zu 8-stufigen Parcours
  • Individuelle Anpassung des Steuerbereiches an den Patienten
  • Therapie am Leistungsmaximum des Patienten möglich
  • Therapie der Hand-Auge-Koordination in jedem Therapiemodul
  • Kontinuierliche und ergonomische Stimulation der Greifbewegung
  • Integriertes Bio-Feedback in Echtzeit
  • Aktive und passive Facetten in allen Phasen der Rehabilitation werden durch den Therapeuten begleitet
  • Mit aktiver Gewichtsentlastung
  • Freie 3D-Bewegung führt schnell zur natürlichen Bewegung, mit motivierenden Effekten.


Qualität - Betreuung

  • Individueller Behandlungsplan
  • Persönliche Behandlung durch qualifizierte Therapeuten
  • Messung und Analyse der Ergebnisse
  • Bewertung der Therapieerfolge mit dem Patienten

 

Die einzelnen Stationen unseres Parcours erklären wir hier >>> Therapie/ Training bei Schlaganfall